Erneute Ping-Mails. Von Melanie Bieder-Müller

Es erreichen mich Meldungen dass mal wieder Ping-Mails der Capitax AG im Umlauf sind. Dieses mal schreibt euch Melanie Bieder-Müller. Ich selbst habe zwar noch keine dieser Emails bekommen aber in den Kommentaren meines vorherigen Artikels und per Email wurden mir einige Fälle mitgeteilt.

Im aktuellen Fall wird wieder nach einem Ausbildungsplatz gefragt. Weiterlesen


Bewerbung von Nina Waagner. Ping-Mails in der Praxis

Gestern Abend bekam ich eine Email die mich doch sehr verwundert hat. Eine gewisse Nina Waagner suchte bei mir nach einem Ausbildungsplatz.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wollte einmal auf diesem Wege bei Ihnen anfragen, ob Sie für dieses Jahr noch freie Ausbildungsplätze anbieten?
Falls ja, würde ich mich freuen, wenn Sie mir sagen würden, wohin ich per E-Mail meine Bewerbung schicken darf. Andernfalls wäre ich Ihnen für eine kurze Absage dankbar!



Vielen Dank für Ihre Mühen,
Nina Waagner

 

Nachdem ich erst mal sehr verwundert war dass überhaupt jemand an meine Emailadresse im Impressum schreibt kam es mir erst mal nicht komisch vor. Absender wirkt authentisch, mein Spamfilter hat nicht angeschlagen und die Email ist in fehlerfreiem Deutsch geschrieben. Erst dachte ich dass ich darauf nett antworte.

Als ich den Namen aber mal durch Google gejagt hatte fiel mir auf dass diese Person scheinbar nicht existiert und es sogar so aussieht dass viele andere die selbe Email an scheinbar wahllose Emailadressen geschickt bekommen haben. Außerdem fiel mir folgendes Youtube Video auf:

Also habe ich ein wenig weiter geforscht und bin in den Emailheadern fündig geworden. Abgeschickt wurde die Email von einem Server welcher einer „Capitax AG“ gehört. Scheinbar versucht man dort Emailadressen welche man im Internet gefunden hat anzuschreiben und durch die Antworten festzustellen ob Personen dahinter stecken um später weitere Werbung an diese zu versenden. Es gibt beim Telefon Marketing Spam sogenannte Ping-Calls mit welchen die angerufenen dazu verleitet werden sollen teure Rufnummern zurückzurufen um so Profite zu generieren.

Eine ähnliche Taktik liegt hier vor.

Liebe Capitax AG, falls ihr meint dass sowas okay wäre lasst euch gesagt sein: ES IST NICHT OKAY! Danke.

Solltet ihr auch eine Email von Nina Waagner bekommen haben reagiert einfach nicht drauf. Es gibt keine Nina Waagner. Vermutlich ist die Capitax AG nicht mal eine legitime Firma sondern nur ein Konstrukt um zu verschleiern dass irgendwelche Kiddies versuchen an schnelles Geld zu kommen. Ich weiß nicht was genau passiert wenn man auf die Email reagiert und bin auch nicht so scharf darauf sie zu beantworten.

 

Falls es doch eine legitime Email sein sollte hier noch ein Nachwort:

Liebe Nina,

Solltest du einen Ausbildungsplatz suchen gibt es bessere Lösungen als eine merkwürdige Agentur zu bauftragen. Das Problem ist dass dein Name nun quasi im Internet verewigt ist und in Verbindung gebracht werden kann mit komischen Methoden der Werbung.


Xiaomi Yeelight – Licht in eurem Leben

Ich beschäftige mich gern mit Heimautomatisierung und Do-it-yourself Lösungen. Mein letztes Projekt war meine Beleuchtung zuhause zu automatisieren. Mit dem Xiaomi Yeelight habe ich eine Lösung gefunden die preiswert und einfach zu integrieren ist.

Nachdem das Qube Projekt seine Indiegogo Kampagne ziemlich verkackt hat war ich auf der Suche nach anderen LED Lampen mit WLAN (und vorzugsweise offener API). Die Philips Hue sind mir viel zu teuer, außerdem erfordern sie extra Hardware um nützlich zu sein. Nach einigen Monaten Suche bin ich auf die Xiaomi Yeelight auf Gearbest gestoßen.

Zu der Lampe: Ich erwarte nicht viel wenn ich Hardware sehr günstig in China kaufe und war extrem positiv überrascht über die Verarbeitungsqualität der Yeelight. Das Gehäuse fühlt sich robust und wertig an. Nichts knarzt, nichts wackelt. Zugegeben, die Lampe ist ein wenig länger als übliche Glühbirnen, wie wir sie kennen, aber das stört nicht weiter. Nur bei relativ kurzen Lampenschirmen könnte sie etwas hervorstehen.

Die Inbetriebnahme ist unkompliziert. Auspacken, reinschrauben und sich mit dem WLAN verbinden, welches die Glühbirne bereitstellt. Zur Konfiguration braucht man entweder die Yeelight App , oder MiHome aus dem Play Store (MiHome und Yeelight App für iOS). Wieso es zwei Apps gibt? Ich weiß es selbst nicht. Sie bieten die selben Grundfunktionen und sehen auch gleich aus. Der einzige für mich relevante Unterschied ist, dass die Yeelight App in den Einstellungen den Developer Mode anbietet. Dazu aber später mehr.

Beim ersten Start der Apps wird man aufgefordert einen Mi Account zu erstellen. Mag erst mal komisch klingen, aber ist für die „Cloud“ Features relevant. Über den Account kann man die Lampen übers Internet steuern ohne direkt im Netzwerk zu sein. Nach dem Erstellen des Accounts ist die Einrichtung einfach gehalten. Die App fragt nach dem WLAN zu welchem sich die Lampe verbinden soll und das wars. Von da an kann man seine Lampe problemlos über die App steuern. Da ich aber nicht vor hatte die App zu nutzen kommt nun der wirklich interessante Teil: Der Developer Mode.

Man kann über die Yeelight App in den Einstellungen den Developer Mode aktivieren. Der Developer Mode sorgt dafür, dass die Lampe eine json API bereitstellt, welche zur Integration in Fremddienste dient. Domoticz und (laut Doku) OpenHAB unterstützen die Yeelight von Haus aus. Der Developer Mode aktiviert eine offene API zur Integration der Lampen in Fremdsoftware.

Für den Fall, dass man eine Software nutzt, welche die Yeelight nicht von Haus aus unterstützt, gibt es eine umfangreich dokumentierte json API. Auf Github gibt es diverse Tools und Bibliotheken zur Integration in die verschiedensten Systeme und Programmiersprachen. Für die meisten Personen dürfte aber die Integration in Domoticz, OpenHAB, oder diverse andere Heimautomatisierungslösungen das Mittel der Wahl sein.

Falls man nicht auf Farben steht gibt es das Yeelight auch in Weiß oder als LED Strip. Alles über die selbe Software steuerbar.

Links


WT3020F

Hey der Blog ist wieder da!

Jeder der mich kennt, weiß dass ich gern mit Chinahardware rumspiele. Für den ersten Post im (nicht so neuen) Blog werde ich mein momentan liebstes Spielzeug vorstellen – Den Nexx WT3020F.

Der Nexx WT3020F ist ein extrem chinesischer Mini Router. Mit gerade einmal 6,5×4,5cm Grundfläche ist er enorm kompakt. Trotz der kleinen Größe bietet er sehr viele Funktionen die man bei anderen Routern in dieser Preisklasse vermisst. Wir haben 2 mal Ethernet, 1 mal USB und WLAN-N (bis 150 Mbit) an Bord. Außerdem wird dieser Router von OpenWRT unterstützt wodurch die Nutzungsmöglichkeiten enorm steigen.

Der Router an sich ist unspektakulär. Er kommt in einem kleinen, weißen Pappkarton mit nem USB Kabel. Die Specs sind ziemlich typisch für ein Gerät dieser Preisklasse.

580 Mhz
64 MB DDR
8 MB Flash

Das Gerät ist unglaublich chinesisch – unsicher, schnell zusammengehauen, dilettantisch umgesetzt. Man findet es unter nem dutzend anderer Namen im Netz und die Firmware ist eine kleine Katastrophe. Wie bei vielen sehr billigen Geräten aus China wird Sicherheit nicht besonders groß geschrieben. Per default ist ein telnet Server aktiv. Die Zugangsdaten sind nach einer Google-Suche problemlos ausfindig zu machen. In diesem Fall lautet der Username „nexxadmin“ und das Passwort „y1n2inc.com0755“. Alles in allem nichts besonderes.

Durch die geringe Größe ist der Router vielseitig einsetzbar. In meinem Fall benutze ich ihn mit einem alten Surfstick als mobilen WLAN Hotspot. Einen zweiten WT3020F nutze ich als Mesh Node um die WLAN Reichweite zu erhöhen.

Das Gerät gibt es sehr günstig aus China auf Gearbest oder auch auf Amazon.