Bewerbung von Nina Waagner. Ping-Mails in der Praxis

Gestern Abend bekam ich eine Email die mich doch sehr verwundert hat. Eine gewisse Nina Waagner suchte bei mir nach einem Ausbildungsplatz.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wollte einmal auf diesem Wege bei Ihnen anfragen, ob Sie für dieses Jahr noch freie Ausbildungsplätze anbieten?
Falls ja, würde ich mich freuen, wenn Sie mir sagen würden, wohin ich per E-Mail meine Bewerbung schicken darf. Andernfalls wäre ich Ihnen für eine kurze Absage dankbar!



Vielen Dank für Ihre Mühen,
Nina Waagner

 

Nachdem ich erst mal sehr verwundert war dass überhaupt jemand an meine Emailadresse im Impressum schreibt kam es mir erst mal nicht komisch vor. Absender wirkt authentisch, mein Spamfilter hat nicht angeschlagen und die Email ist in fehlerfreiem Deutsch geschrieben. Erst dachte ich dass ich darauf nett antworte.

Als ich den Namen aber mal durch Google gejagt hatte fiel mir auf dass diese Person scheinbar nicht existiert und es sogar so aussieht dass viele andere die selbe Email an scheinbar wahllose Emailadressen geschickt bekommen haben. Außerdem fiel mir folgendes Youtube Video auf:

Also habe ich ein wenig weiter geforscht und bin in den Emailheadern fündig geworden. Abgeschickt wurde die Email von einem Server welcher einer „Capitax AG“ gehört. Scheinbar versucht man dort Emailadressen welche man im Internet gefunden hat anzuschreiben und durch die Antworten festzustellen ob Personen dahinter stecken um später weitere Werbung an diese zu versenden. Es gibt beim Telefon Marketing Spam sogenannte Ping-Calls mit welchen die angerufenen dazu verleitet werden sollen teure Rufnummern zurückzurufen um so Profite zu generieren.

Eine ähnliche Taktik liegt hier vor.

Liebe Capitax AG, falls ihr meint dass sowas okay wäre lasst euch gesagt sein: ES IST NICHT OKAY! Danke.

Solltet ihr auch eine Email von Nina Waagner bekommen haben reagiert einfach nicht drauf. Es gibt keine Nina Waagner. Vermutlich ist die Capitax AG nicht mal eine legitime Firma sondern nur ein Konstrukt um zu verschleiern dass irgendwelche Kiddies versuchen an schnelles Geld zu kommen. Ich weiß nicht was genau passiert wenn man auf die Email reagiert und bin auch nicht so scharf darauf sie zu beantworten.

 

Falls es doch eine legitime Email sein sollte hier noch ein Nachwort:

Liebe Nina,

Solltest du einen Ausbildungsplatz suchen gibt es bessere Lösungen als eine merkwürdige Agentur zu bauftragen. Das Problem ist dass dein Name nun quasi im Internet verewigt ist und in Verbindung gebracht werden kann mit komischen Methoden der Werbung.

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8 Gedanken zu „Bewerbung von Nina Waagner. Ping-Mails in der Praxis

  1. Jepp, besagte Anfrage dieser „Melanie Bieder-Müller“ ist hier auch auf einer allgemeinen Adresse aufgeschlagen:
    ——————————————–
    >> Sehr geehrte Damen und Herren,
    >> ich habe im letzten Jahr mein Abitur gemacht und befinde mich danach in einem
    >> einjährigen Auslandsaufenthalt. In diesem Jahr möchte ich eine Ausbildung beginnen
    >> als kaufmännische Angestellte und wollte fragen, ob Sie in diesem Bereich in Ihrem
    >> Unternehmen Ausbildungen durchführen und wenn ja, ob Sie grundsätzlich noch
    >> Auszubildende für dieses Jahr suchen.
    >> Gerne schicke ich Ihnen dann bei Bedarf meine kompletten Bewerbungsunterlagen zu.
    >> Ich würde gerne spätestens zum 01.08. starten, wäre aber auf Ihren Wunsch auch
    >> schon früher verfügbar.
    >> Über eine kurze Antwort, auch im Fall einer Absage, wäre ich Ihnen sehr dankbar,
    >> Vielen Dank!
    >> Melanie Bieder-Müller
    ——————————————–
    Na, schaumermal was in den nächsten Tagen von denen so alles an Datenmüll eingeht.

    • Hallo ich habe heute 19.02.2018 genau die gleiche Mail von Melanie Bieder-Müller bekommen und die von Nina Wagner am 9.11.2017. Ich hatte damals geantwortet. Ohne erkennbare Reaktion, ob der Spam dadurch zugenommen hat kann ich nicht genau sagen, ist aber gut möglich.

  2. Hallo und danke für die nützlichen Infos, die in diesem Blog angesammelt werden. Gut das es im Netz auch solche Quellen gibt.

    In dieser Sache und mit Blick auf gänige Praxis, ergänzend hier drei Zeilen:
    Mit etwas Fantasie ist es nicht auszuschließen, dass hier ein betrügerisches Geschäftsmodell vorbereitet wird. Denn im Personlawesen dt. Unternehmen ist es gängige und gute Praxis, sämtliche Initiativbewerbungen immer ordentlich zu lesen, zu bearbeiten und selbstverständlich auch zu beantworten. Dafür gibt es gleich mehrere gute Gründe.
    Bewerber bereiten ihre Anschreiben oftmals mit einer guter Datengrundlage vor. Und fangen gleich von oben her an, so bewirbt man sich meist nur dort, wo ausreichend Kapital und Verwaltungsstruktur erwarbar sind. Wenn diese Bewerbungsschreiben dann _niemals_ beantwortet werden, die angeschriebene Unternehmung jedoch regelhaft ausbildet, drohen den betroffenen Firmen rechtliche Folgen. Aus meiner Sicht sowohl nach dt. als auch auf der Grundlage europäischem Rechts.

    Man stelle sich einmal vor, wer oder was nach einer tech. Massenerhebung von IT-Infrakstrukturdaten, durch derlei PING PSEUDOBEWERBUNGS E-MAILS, für später Nutznießer dieser BI und deren /Kunden/ so alles möglich wird. Vermutlich verhökert Fa. Capitax die bereinigten Daten regelhaft. Oder einer anderen Tarnfirma, die in den Genuss des Datenpools gelangt, baut damit gewisse Geachäftmodelle auf.
    Echtes Big Data eben. 😉

    Man staunt ja, was es hier alles für unselige Geschäftmodelle gibt, und erstaunlich ist auch, wie sich Organisationen regelhaft hinter Hecken verstecken; das ist so spannend.

  3. Habe auch heute eine Anfrage mit dem Betreff: Ausbildung 2018 von „Melanie Bieder-Müller“ erhalten. Leider bekomme ich täglich Mails und Telefonate mit betrügerischen Hintergrund. Zum Glück wird man dadurch auch sensibler gegen diese Angriffe und antwortet nicht mehr. Ich befürchte aber auch dass dadurch auch ernstgemeinte Anfragen zu unrecht gelöscht werden.

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